Warum vorzeitig in eine private Altersvorsorge investieren?

Handwerker, aber auch Ärzte und Rechtsanwälte, Angestellte oder Arbeiter, haben zukünftig, spätestens wenn sie „in Rente gehen“, ein zusätzliches, finanzielles Problem. Sie befürchten immer öfter, dass sie mit der Staatlichen Altersrente nicht auskommen werden.

Die Hälfte der Ausgaben im Bundes Haushalt wird, laut Finanzministerium, durch die Sozialabgaben deren größter Anteil, die Rentenversicherung ist, verschlungen. Obwohl die Sozialversicherung im Jahr 2012 einen Überschuss von 15,8 Milliarden Euro erwirtschaftete, wird immer deutlicher, dass das bisherige Rentensystem, dass auf den Generationenvertrag zurückgreift, nicht mehr in dem bisher gültigen Rahmen funktioniert. Von den Arbeitnehmern wird nicht verstanden, warum die bisherigen Einzahlungen in die Rentenversicherung nicht ausreichen und 2014 bis 2017, von 146 auf 160 Milliarden Euro ansteigen sollen. Wer, ob als Selbstständiger, Angestellter oder Arbeiter monatlich in eine gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kann nicht mehr, wie bisher, davon ausgehen, dass die Rente später auch für den Lebensunterhalt, der dem Lebensstil vor dem Renteneintritt gleicht, reicht. Schon jetzt starren viele Arbeitnehmer, die kurz vor dem Ruhestand stehen, entsetzt auf die angekündigte Altersrente. Von diesem Finanzdesaster sind besonders Frauen betroffen, die erfahrungsgemäß, weniger Geld in die Rentenversicherung einzahlten.

Warum reicht die gesetzliche Rente plötzlich nicht mehr?

Als die Menschen, die jetzt in Rente gehen, ins Berufsleben eintraten, war von Arbeitslosigkeit nicht die Rede. In Deutschland waren in den sechziger und Anfang der siebziger Jahre, Lehrlinge nur schwer zu bekommen und jährlich blieben viele Arbeitsstellen unbesetzt. Firmen zahlten hohe Prämien, um Arbeiter anzuwerben und diesen wurde dann, neben zahlreichen anderen Vergünstigungen, eine hohe Altersrente versprochen. Was führte dazu, dass diese nicht eingehalten werden können?

Die Lebenserwartung in Deutschland ist, laut Statistischem Bundesamt, seit 2006 angestiegen. Wurden im Jahr 2006 Männer durchschnittlich 72,2 und Frauen 80,4 Jahre alt, erhöhte sich die Altersgrenze 2011 bei Männern auf 73,7 Jahre und bei Frauen auf 81 Jahre. Zuzüglich änderten sich die Lebensbedingungen. Im Jahr 1996 lebten, nach Auskunft des statistischen Bundesamtes, 57 Prozent der Bevölkerung in einer Familie. Im Jahr 2012 war es nur noch 50 Prozent. Das bedeutet für das Alter, dass immer mehr Menschen in Deutschland auf eine Pflege, außerhalb der Familie, angewiesen sind. Auf Grundlage dieser Daten, wurde für das Jahr 2013 errechnet, dass Männer und Frauen in der Zukunft länger, durchschnittlich 19 Jahre, Rente beziehen werden. Wie diese Zeit finanziert werden soll, verraten die nackten Zahlen des statistischen Bundesamtes nicht.

Was leistet die gesetzliche Rentenversicherung?

Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine Pflichtversicherung. In sie zahlen alle Personen ein, die in einem Arbeitsverhältnis oder in einer Berufsausbildung stehen. Zu ihnen gehört auch ein kleiner Kreis von Handwerkern und zum Beispiel Hebammen. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer getragen. Die Höhe des Einkommens spielt, bei der Beurteilung ob jemand versicherungspflichtig ist, keine Rolle. Es gibt Sonderregelungen, die zum Beispiel die knappschaftliche Rentenversicherung betragen. Wer zum Beispiel infolge eines Unfalls, in Gefahr steht, nicht mehr Vollzeit arbeiten zu können, ist berechtigt, aus der Rentenversicherung eine Lohnergänzung zu erhalten. Nach einem Krankenhausaufenthalt werden medizinische Behandlungen und Kuren finanziert und beim Tod des Versicherten werden an die Hinterbliebenen, Witwen oder Waisenrenten ausgezahlt. Wer sich ausrechnet dass die Zahlungen der gesetzlichen Rentenunterversicherung nicht ausreicht um den gewohnten Lebensstil auch im Rentenalter beizubehalten, hat die Möglichkeit, eine private Zusatzversicherung abzuschließen.

Zusätzliche Vorsorge nur eine Option für Besserverdienende?

Das IMWF Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung, befragte, im Auftrag des Direktversicherers Hannoversche, 1014 Bürger zum Thema Zusatzversicherung. Demnach sind etwa 25 Prozent der Befragten der Meinung, dass eine zusätzliche Altersvorsorge nur für Besserverdiener in Frage kommt. Die aktiven Sparer kamen zu 40 Prozent zu dem Ergebnis, dass nur durch eine eigene Vorsorge die Altersarmut zu verhindern sei. Bei der Befragung stellte sich heraus, dass Menschen die mitten im Berufsleben stehen, ihren Rentenanspruch als zu optimistisch einschätzen. Nach der Umfrage ist die Hälfte der Deutschen der Überzeugung, dass sie, nach ihrem Erwerbsleben etwa die Hälfte ihres bisherigen Bruttogehaltes als Rente bekommen werden. Sie rechnen sich aus, dass sie damit genügend abgesichert sind. Finanzexperten dagegen warnen vor diesem Irrglauben und beweisen, dass dieses Niveau schon heute nicht mehr erreicht wird und dass in 20 Jahren die staatliche Rentenzahlung auf nur noch 40 Prozent des letzten Bruttogehalts, sinkt. Wenn die Prognose stimmt,  kann geschlussfolgert werden, dass eine zusätzliche betriebliche und private Altersvorsorge, zur Grundversorgung, notwendig ist. Tatsache ist, dass eine aktuelle Rentenanpassung bei den Vorhersagen bisher nicht eingerechnet wurden und die gesetzliche Rente bis zum Jahr 2030, stufenweise, auf nur noch 40 Prozent des letzten Bruttogehaltes absinken wird.