Vom Stroh zum Gold? – Hoffnungsträger Erneuerbare Energie?

Wenn im Märchen Rumpelstilzchen der Zwerg, über Nacht, Stroh zu Gold verspinnt, verwirklicht er den Wunsch vieler Menschen, aus scheinbar minderwertigem Material, Profit zu schlagen.

Heutzutage sind viele Unternehmen daran interessiert, Waren möglichst preisgünstig herzustellen, um sie dann, gewinnbringend, zu verkaufen. Eine der meist begehrten Waren ist Energie, weil sie zur Produktion vieler Artikel des täglichen Bedarfs, unbedingt erforderlich ist. Energie wird in der Industrie und in Privathaushalten für Heizungen, zur Gewinnung von Warmwasser, für die Nutzung von Motoren, Maschinen, elektrischen Geräten und dem Betrieb von Kraftfahrzeugen, benötigt.

Weil der Verbrauch von Energie mit vielfältigen Umweltbelastungen verbunden ist, zum Beispiel mit eine negative Veränderung der Landschaft, des Ökosystems und einer Beeinträchtigung von Böden und Gewässern und beim Abbau energetischer Rohstoffe und beim Verbrauch Schadstoffe und Klima verändernde Treibhausgase entstehen, wird heutzutage, bei der Energiegewinnung, viel Wert, auf Nachhaltigkeit gelegt.

Was bedeutet nachhaltiges Wirtschaften? Welche Zielvorgabe wird gegeben?

Wer nachhaltig wirtschaftet, vermeidet die Verwendung fossiler Brennstoffe und unterstützt den Gebrauch und den Ausbau der Erneuerbaren Energie (EE). Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie in Deutschland ist es, die Energieproduktivität, gegenüber 1990, bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Zusätzlich soll der Primärenergieverbrauch, von 2008 bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent und bis zum Jahr 2050, auf 50 Prozent, abgesenkt werden.

Laut der Studie „Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Indikatorenbericht 2012“, des Statistischen Bundesamtes, sieht die EU-Richtlinie 2009 eine Steigerung der Anteile der EE am gesamten Bruttoenergieverbrauch in Europa bis zum Jahr 2020, um 20 Prozent und in Deutschland um 18 Prozent, vor. Ein ergänzender Artikel: Kommunen und Städte nutzen verstärkt Erneuerbare Energie

Kann die Produktion von EE in Deutschland gesteigert werden?

Der wirtschaftliche Aufschwung hat in den Jahren 1990 bis 2010 zu einem deutlich höheren Nettoimport von Strom, von rund 60 auf über 70 Prozent geführt. Die Zwickmühle bei eine Problemlösung: Der Verbrauch von Energie, in Industrie und Privathaushalten, steigt, demzufolge ist die Wirtschaft in Deutschland scheinbar in einem hohen Maß vom Import der Energie angewiesen. eine Lösungsmöglichkeit:  Um eine Unabhängigkeit von Stromimporten zu erreichen, unterstützt die Bundesregierung Bemühungen zur Senkung des Energieverbrauches und zur Unterstützung des Anbaus und der Verwertung der EE. ein ergänzender Artikel: Energie Beratung online – für Unternehmen im Mittelstand

Die Zielvorgabe sieht vor, dass bis zum Jahr 2050 der Anteil der EE am gesamten Energieertrag 60 Prozent betragen soll. Für Fachleute und Laien stellt sich die Frage, ob diese Zielsetzung realistisch ist und welche Maßnahmen erforderlich sind, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Rechnerisch, so wird in der Studie erarbeitet, ist es, bei einer kontinuierlichen Weiterentwicklung im gleichen Umfang der letzten fünf Jahre, möglich, dass die Zielvorgabe für das Jahr 2020 mehr als erreicht wird. Steigert sich die Produktion nicht, wackelt der Erfolg.

Was ist zur Steigerung der EE-Produktion notwendig?

Damit Erzeuger und Händler problemlos miteinander wirtschaften können, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen stimmen. Die bisherige positive Entwicklung zur Förderung der EE wurde durch gesetzliche Maßnahmen, zum Beispiel die Europäischen Richtlinien zur Förderung der Stromerzeugung aus EE in 2004 (EEG) und der Neufassung des Wärmegesetzes (EEWärmeG) erreicht.

Im EEG werden die Netzbetreiber zum Beispiel dazu verpflichtet, vorrangig Strom aus EE abzunehmen. Alle Firmen, die weiterhin fossile Kraftstoffe auf den Markt bringen, sind seit Anfang 2007 zur Abgabe einer Mindestmenge an Biokraftstoffen verpflichtet. Weiterhin ist es wichtig, dass die Politiker, mit flexiblen Rahmenbedingungen, die EE-Politik, zeit- und produktionsnah begleiten.

Welche Art der EE-Energiegewinnung ist in Deutschland besonders üblich?

Laut Studie des Statistischen Bundesamtes wurde die Energie, die durch die EE erzeugt wurde folgendermaßen verbraucht:

  • Zur Wärmeerzeugung, rund gerechnet 50 Prozent
  • Zur Stromerzeugung, rund gerechnet 40 Prozent
  • Zur Erzeugung biogener Kraftstoffe, rund gerechnet 10 Prozent

Welche EE erzeugte bisher in Deutschland die meiste Energie?

  • Rund gerechnet 70 Prozent entfielen auf die Bioenergie
  • Rund gerechnet 10 Prozent auf Windenergie
  • Rund gerechnet knappe 10 Prozent auf Wasserkraft

Es wird in der Studie mitgeteilt, dass die Wärmeerzeugung mittels EE inzwischen zu über 90 Prozent, aus Biomasse erfolgt. Der Anteil der Stromerzeugung aus Biomasse, hat sich von 2000 bis 2010, verzehnfacht.

Es wurde ermittelt, dass der Anteil der EE an der Stromerzeugung in Deutschland, seit 2000, besonders durch die zunehmende Nutzung der Windenergie, gestiegen ist. Der Anteil der Windenergie stieg von 7.500 Gigawattstunden im Jahr 2000 (Anteil am gesamten EE-Strom 20 Prozent) auf 37.793 Gigawattstunden im Jahr 2010 (Anteile am gesamten EE-Strom 37 Prozent). Ein ergänzender Artikel: Solar 2012 – Zukunft der Branche in Deutschland gefährdet?

Pro und Kontra zur Gewinnung von Energie mittels Biomasse

Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes wurden durch die Nutzung der EE, im Jahr 2010, Treibhausgasemissionen von rund 118 Millionen Tonnen CO2 wert entsprechend, vermieden. Wer daraus schlussfolgert, dass diese Art der Energiegewinnung uneingeschränkt zu befürworten ist, wird darüber aufgeklärt, dass der Anbau von Biomasse zur energetischen Nutzung, auf den begrenzten Ackerflächen in Deutschland, zu einer Flächenkonkurrenz mit den landwirtschaftlichen Nutzflächen führen kann. Das könnte negative Folgen für die Landschaftsqualität und die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren nach sich ziehen.

Quelle: Studie: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Indikatorenbericht 2012