Pflanzenöl-Transformator liefert Hochspannung

Hochspannungsleitungen ermöglichen einen schnellen und kostengünstigen Transport von Strom über lange Strecken . Dort, wo die Wechselspannung von Strom verändert werden muss, werden Transformatoren benötigt. Sie regeln zum Beispiel die Stromspannung der Hochspannungsleitungen. Mit einer Umwandlung ist dann eine Nieder-oder Kleinspannung oder eine Zwischenspeicherung möglich. Erst durch diese Umwandlung kann der Strom für Elektromotoren, Maschinen, Haushaltsgeräte oder Spielzeug eingesetzt werden.. Transformatoren werden meist mit Mineral-oder Silikonöl gekühlt. Der Simens AG ist es gelungen, den weltweit größten Großtransformator, der mit Pflanzenöl gekühlt wird, zu entwickeln.

Pflanzenöle können weltweit, aus mehr als 1.000 Ölpflanzen gewonnen werden. Neben Raps und Sonnenblumen sind es Sesam, Leinsamen, Kokos- und Ölpalme und das Wolfsmilchgewächs Jatropha, das Öl als Treibstoff liefert.

Warum werden Pflanzenöle bevorzugt?

Ein Transformator kann sich, aufgrund der hohen Energieströme und der Spannung in seinem Inneren, stark erhitzen. Damit er lange in Betrieb sein kann, wird er mit Öl gekühlt. Bisher waren es Mineral-oder Silikonöle, die diese Arbeit erledigten und elektrischer Überschläge verhinderten. Da die bisher verwendeten Öle leicht entflammbar und bei der Verbrennung umweltschädlich sind, wurde nach einem verträglicheren Treibstoff gesucht.

Pflanzenöle haben die erforderlichen Eigenschaften und wurden bereits von der Siemens AG, so Firmenangaben, zur Kühlung von Transformatoren mit einer Spannung von bis zu 123 kV (Drehzahl pro Volt) eingesetzt. Nun gelang es einen Großtransformator zu entwickeln, der mit Pflanzenöl betrieben wird. Er hat den Vorteil, dass er, da er in eine andere Brandschutzklasse eingeordnet wird, die Versicherungskosten senkt. Diese Einordnung erlaubt auch die Nutzung in dicht besiedelten Wohn- und Wasserschutzgebieten.

Da Pflanzenöle schwerer entflammen, benötigen sie, auch in Zonen mit sehr hohen Umweltanforderungen, keine weiteren Schutzeinrichtungen, wie zum Beispiel Auffangbehälter. Ein weiterer Vorteil von Planzenöl als Treibstoff: Mit Inkrafttreten des neuen Energiesteuergesetztes unterliegt reines Pflanzenöl generell zwar der Steuer, in der Landwirtschaft oder in Blockheizkraftwerken ist die Verwendung vorerst aber steuerfrei.

Gibt es auch Nachteile bei der Verwendung von Pflanzenölen als Treibstoff?

Wenn Pflanzenöle als Treibstoff verwendet werden sollen, muss vorher der Motor des Fahrzeuges angepasst werden. Denn die Fließeigenschaft des Öls und seine Cetanzahl ist geringer. Der Motor muss so umgestellt werden, dass das Öl kurz vor dem Einspritzen erhitzt und, bei niedrigen Temperaturen, Dieselkraftstoff zugemischt wird. Wichtig ist auch der Einbau von Mikrofiltern, die eventuelle Sinkstoffe zurückhalten. Wenn dann noch der Kraftstofffilter regelmäßig gewechselt wird, ist viel für das lange Leben des Motors getan worden.

Ein Nachteil von Biokraftstoff ist, dass Pflanzenöl ist zwar biologisch gut abbaubar, es aber demzufolge auch nur begrenzt lagerungsfähig ist. Die Hauptprobleme bei der vorschnellen Alterung sind ein Befall von Bakterien, Oxidation oder eine Anreicherung von Wasser. Damit diese Schwierigkeiten begrenzt werden, werden spezielle Tanks benötigt, die Licht und Sauerstoff ausschließen und Wasser abscheiden können.

Die Daten des Pflanzenöltransformators

Der mit Pflanzenöl betriebene Transformator wiegt knapp 340 Tonnen und kann 100 Tonnen Isolieröl fassen. Er ist für 420 kV ausgelegt. Wie die Siemens AG mitteilt, verbindet der Großtransformator im Umspannungswerk Bruchsal Kändelweg, in der Nähe von Karlsruhe,die 380 kV Hochspannungsebene mit dem 110kV Netz. Da das Gerät für keine Wassergefährdungsklasse ausgewiesen werden muss, ist sein Einsatz vielfältig.

Der in Baden-Württemberg ansässige Stromnetzbetreiber Transnet BW hat den weltweit größten mit Pflanzenöl betriebenen Transformator in Betrieb genommen.