Ist die Wirtschaft weltweit durch Erdöl in Gefahr?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Quote der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland, im Unterschied zu 2012, um 7,4 Prozent. Damit gingen 2 212 Unternehmen in die Insolvenz. Wirtschaftsexperten geben den hohen Energiekosten eine Mitschuld an den Betriebsschließungen. Der Grund: Bisher sind viele Unternehmen in ihrer Produktion vom Erdöl abhängig. Aus diesem Rohmaterial wird zum Beispiel Treibstoff für Fahrzeuge und Motoren hergestellt. Es dient auch als Heizmaterial und als Grundstoff für Plastikartikel.
Wissenschaftler der Humboldt-Universität, Berlin, erstellten, gemeinsam mit internationalen Kollegen, eine Studie. Diese belegt, inwieweit sich die Förderung von Erdöl und dessen „Peak Oil“ sich auf das jeweilige Wirtschaftssystem nieder schlägt.

In vielen Produkten, die weltweit in der Industrie hergestellt werden, ist Erdöl enthalten. Es ist ein Rohstoff, der nur im begrenzten Maß zur Verfügung steht. Diese Tatsache erhöht die Kosten des Rohmaterials und bedroht alle wirtschaftlichen Systeme, die auf die Verwendung von Erdöl angewiesen sind. Um eine Berechnungsgrundlage zur maximalen Förderrate zu haben, wird eine genaue Messung des Ölstandes, der „Peak-Oil“, benötigt.

Die Studie: „Economic vulnerability to Peak Oil“, wurde erstellt, um die wirtschaftliche Abhängigkeit von Erdöl und ihre Folgen zu beweisen. Sie wurde in einer Ausgabe der Zeitschrift „Global Environmental Change“, veröffentlicht. In ihr legt Dr. Christian Kerschner dar, welche wirtschaftliche Bedrohung durch die weitere Verwendung von Erdöl erfolgen kann. An der Studie sind Christina Prell, Kuishuang Feng und Klaus Hubacek von der University of Maryland, USA ebenfalls beteiligt.

Die Aussagen der Studie zur Verwendung von Erdöl

In der internationalen Studie verwendete das Forscherteam Beispiele aus der US amerikanischen Wirtschaft. “Da die US-Wirtschaft stark vom Erdöl abhängig ist, eignet sie sich, als Beispiel für eine hohe Ressourcenabhängigkeit besonders gut”, so Dr. Christian Kerschner. Zu verhehlen ist nicht, dass Länder, die wirtschaftlich vom Erdöl abhängig sind, wirtschaftlich verwundbarer sind. Wenn es zum Beispiel zu politischen Auseinandersetzungen kommt, kann das Erdöl fördernde Land, nach Belieben, die Versorgung einstellen. Dadurch kann die Produktion und/oder der Straßenverkehr und das gesamte Transportwesen zum erliegen kommen.

Nach der Erkenntnis der Wissenschaftler sind es besonders Unternehmen die mit der Produktion von Eisen zu tun haben. Auch solche die Plastik produzieren oder zur Chemie- und Düngemittelindustrie gehören, die von der Erdölindustrie besonders abhängig sind. Da sie wiederum Zulieferer in anderen Wirtschaftszweigen haben, stellen sie, so betonen Ökonomen, ein Risiko für die gesamte Wirtschaft dar. Ihre Erzeugnisse werden, wenn der Peak Oil erreicht wurde, sprunghaft sehr teuer.

Wie können die Risiken verringert werden?

Dr. Christian Kerschner kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass die Risiken, die durch eine Versorgung mit fossilen Rohstoffen entstehen, gemindert werden müssen. Das könne durch eine strukturelle Reduzierung der Rohstoffe und die Einstellung ihrer Bezuschussung geschehen. Er führt als Beispiel die Bedeutung der synthetischen Düngemittelproduktion an. Dieser, in der Folge zu teure Wirtschaftszweig, konnte, durch eine Förderung der biologischen Anbaupraktiken, verkleinert werden.

Kerschner erklärt, dass für den Verbrauch von Erdöl ein Frühwarnsystem erforderlich sei. Durch dieses würden bedrohliche Engpässe von Erdöl in den gefährdeten Sektoren frühzeitig erkannt. Alle Politiker, Unternehmer Zulieferer und die Öffentlichkeit könnten dann ebenfalls frühzeitig informiert werden und ein spezieller Aktionsplan zum tragen kommen. Dann seien Unternehmer in der Lage, Werkzeuge rechtzeitig zur Verfügung zu stellen und ihre Produktion auf eine nachhaltige und gleichzeitig sichere Energiewirtschaft um stellen.

Ein weitgreifendes Instrument der Umweltforschung

Es kann bei der Lösung eines Problems vorkommen, dass es nur speziell angewendet werden kann. Im Fall des Peak-Oil Phänomens ist das anders. Die Lösung lässt sich ohne Schwierigkeiten auf andere Projekte, die zu besseren Umweltbedingungen führen, übertragen. Wenn erforderlich, kann dass Modell zum Beispiel um weitere Analysedimensionen ergänzt werden. Mit dem Gesamtpaket als Werkzeug, sind Experten dann schnell in der Lage zu überprüfen, ob und in welchem Umfang, ihr Land momentan wirtschaftlich verwundbar ist.

 Veranstaltungstipps:

Die 7. internationale Konferenz für Biokraftstoffe wird am 24-25 September 2014, im Marriott Hotel, Gent, in Belgien, sein.

Vom 4. bis 7. Juni 2014 findet in Kiew, in der Ukraine, die. XXV. internationale Landwirtschaftsmesse, die AGRO 2014, statt. Ein Teil wird die BioFuel 2014, die 7. Fachmesse für Erneuerbare und Alternative Energien, sein.