Inflation – Unser Geld verliert an Wert – Warum?

Geld unter der Matratze zu verstecken oder auf die hohe Kante zu legen, um es für Notzeiten zu sparen, ist keine gute Idee, weil es der Inflation unterliegt. Wenn in den Medien von einer Inflation der Finanzen berichtet wird, so ist damit gemeint, dass unser Geldbeutel täglich schmaler wird, obwohl wir kein Geld ausgeben. Der Grund: das Einkommen stagniert und die Verbraucherpreise steigen kontinuierlich. Genau genommen sind es im Juli 2013 ganze 1,9 Prozent, die unser Geld weniger Wert ist. Gewiss kann jeder darauf hoffen, dass die Inflationsrate weiter sinkt, aber abgeleugnet werden kann ein Werteverfall nicht. Clevere Sparer stellen sich die Frage, wie Inflationen entstehen und wie sie ihr Geld vor einer Geldabwertung retten können.Sie untersuchen verschiedene Möglichkeiten,um ihren Besitz zu halten und/oder zu vermehren.

Kleinere und größere Inflationen gibt es auf dem Weltmarkt immer wieder. Sie sind auch deshalb gefürchtet, weil sie das Finanzsystem, im Dominoeffekt, durcheinander bringen können und es nicht vorhersehbar ist, wann sich der Markt wieder erholt. Es sind immer die in den Himmel schießenden Preise der Nahrungsmittel und die für Energie, die das meiste Geld der Verbraucher verschlingen und eine Geldentwertung auslösen können.

Die Geldentwertung der vergangenen Jahre, die bis zu 2,4 Prozent betrug, erfolgte, weil die Geldmenge künstlich erhöht wurde, die Produktion der Waren aber nicht im gleichen Maß zunahm. In jüngster Zeit kam sie zu Stande, weil die Europäische Zentralbank den Euro-Ländern, die sich durch die Finanzkrise verschulden mussten, Geld zur Verfügung stellte und dieses noch nicht vollständig zurück erhielt.

Ein Beispiel wie sich die Inflation auf Sparstrümpfe auswirkt:

Wenn wir 1000 Euro haben, diese zehn Jahre im Sparstrumpf liegen lassen, bleibt uns, bei einer Inflationsrate von 1,9 Prozent, nach diesen zehn Jahren, nur noch 828,43 Euro. Der Kaufpreisverlust beträgt 171,57 Euro.

Da die Inflationsrate flexibel ist, fällt der Kaufpreisverlust unterschiedlich aus. Im Juli des Jahres 2013 konnten die Wirtschaftexperten wieder aufatmen, denn die Inflationsrate der vergangenen Jahre, sank. Ein Grund dafür liegt, nach Meinung von Finanzexperten auch darin, dass sich die Preise wichtiger Rohstoffe weltweit senkten.

Ist die Inflationsrate aus der Luft gegriffen? Wonach wird sie berechnet?

Die genaue Inflationsrate ergibt sich aus der monatlich und jährlich schwankenden Veränderung der Verbraucherpreise. Es gibt zwei Methoden zur Berechnung der Inflationsrate. Mit dem Laspeyres-Index wird zum Beispiel die Inflationsrate von privaten Haushalten in Deutschland so berechnet:

Es wird ein Warenkorb zusammengestellt dessen Inhalt eine vierköpfige Familie durchschnittlich monatlich verbraucht. Es wird der Preis des aktuellen Jahres ermittelt und durch die Menge des alten Jahrs geteilt.

Die zweite Methode ist der Paasche-Index. Dabei wird gemessen, was ein heutiger Warenkorb mit aktuellen Mengen kostet und mit derselben Menge zu den alten Preisen verglichen.

Bei der Berechnung werden Qualitätsverbesserungen, Substitutionseffekte, zum Beispiel die Ersetzung von teurer gewordenen Produkten durch Günstigere mit ähnlichen Eigenschaften, nicht berücksichtigt. Aus diesen Differenzen ergibt sich, dass der Laspeyres-Index die Inflationsrate tendenziell überschätzt und der Paasche-Index sie unterschätzt.

Der Laspeyres-Indizes hat den Vorteil, dass das Warengewicht für ein Basisjahr errechnet wird, und dann in der Regel, ebenso wie die Zusammensetzung des Warenkorbes, alle fünf Jahre, aktualisiert wird. Es sind inzwischen nicht nur Investoren, Sparer, Rentner sondern alle Bevölkerungsgruppen, die die galloppierende Staatsverschuldung, aber auch die schleichende Entwertung ihres Geldes, mit Sorge sehen. Lebenserfahrene Verbraucher unternehmen etwas um ihr Vermögen zu sichern , wenn sich eine hohe Inflationsrate ankündigt.

Die gefühlte Inflationsrate stimmt mit den Tatsachen nicht unbedingt überein

Wer eine Entscheidung über den Wechsel zu einem anderen Energieversorger oder einer anderen Geldanlage treffen will oder muss, tut gut daran, Tatsachen und Gefühle miteinander in Einklang zu bringen und erst dann zu entscheiden. Spätestens wenn die Inflationsrate bekannt gegeben wird und die Rechnungen höher als gewohnt sind, merken Viele, dass Tatsachen und Gefühle oft nicht übereinstimmen. Oder, im schlimmsten Fall, gegenteiliges aussagen.

Tatsache ist, dass sich die Inflationsrate senkte. Trotzdem schlagen die Gefühle vieler Energiekunden Inflationsalarm. Ein Beispiel: Mieter von Wohnungen erhalten meist im Sommer ihre Betriebskostenabrechnung. Sie müssen 2013 oft, auf Grund der gestiegenen Energiepreise von etwa 20 Prozent, die eine Folge des ungewöhnlich lang anhaltenden Winters sind, hohe Nachzahlungen der Betriebskosten leisten. Sie haben überwiegend nicht das Gefühl, dass die Inflationsrate gesunken ist.

Bei den Nahrungsmitteln ist es eher eine schleichende Inflation, die die Preise hoch schraubt. Beispielsweise werden die Verbraucher, zusätzlich zu normalen Preiserhöhungen, in den Geschäften immer öfter mit Mogelpackungen konfrontiert. Diese gleichen äußerlich der gewohnten Verpackung, haben aber einen geringeren Inhalt. Nur sehr aufmerksame Kunden bemerken diesen Preisanstieg.

Nach Berechnungen der Großbank UniCredit lag die von den Verbrauchern gefühlte Teuerung im Juli 2013 bei 2,9 Prozent,  Der Grund wird, so der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees, in den drastisch gestiegenen Preisen von Grundnahrungsmitteln gesehen.

Ein Grund zur Sorge – Der Bundeshaushalt 2012 in Zahlen

Da viele Haushalte ein Schattenbild des Bundeshaushaltes sind, lohnt sich ein schneller Blick auf die dortigen Kassen:

  • Der Bundeshaushalt hat ein Volumen von 306,2 Milliarden Euro
  • Davon beträgt der Etat des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 1,26,5 Milliarden Euro
  • Die Bundesschuldenlast drückt mit 38,3 Milliarden Euro
  • (dabei handelt es sich nur um den Betrag, den die Bundesregierung Gläubigern an Zinsen für aufgenommene Kredite zahlt)
  • Die Kommunen, Länder und der Bund sollen gemeinsam eine Schuldenlast von 1,7 Billionen Euro stemmen

Das Finanzministerium beruhigt für 2013 die Bürger. Es sei keine Erhöhung der Inflationsrate zu erwarten. Nach Expertenmeinung ist es ratsam, im Bundeshaushalt, gleich wie in den Privathaushalten, die Energiekosten zu reduzieren und für das Ersparte eine rentable Geldanlage zu wählen.

Reduzierung der Energiekosten und eine ertragreiche Geldanlage praktikabel?

Das zu Stande kommen der Schuldenlast der Kommunen und die der Privathaushalte, stimmen in weiten Strecken überein. Es sind in beiden Fällen die hohen Energiekosten und die Preise für Lebensmittel, die im Staatshaushalt und bei den Bürgern und ihren Haushaltskassen negativ zu Buche schlagen. Vom Blick in die sich schnell leerenden Kassen, bis zu dem Entschluss die Energiekosten zu senken und das bisher ersparte Geld besser verzinst anzulegen, ist es nicht mehr weit. Einziger Wermutstropfen: Die konservativen Anlagemöglichkeiten sind in der Finanzkrise beschränkt. Aus diesem Grund sehen sich viele Geldanleger auch nach Alternativen, im Bereich der grünen Geldanlage, mit ihren momentan beispiellos hohen Zinsen, um.

Ein ergänzender Artikel der den Börsenbegriff Bullenfalle erklärt: Der richtige Weg für mehr Sicherheit beim Anleger